„Alle Medien krempeln uns völlig um. Sie sind so weit reichend in ihren persönlichen, politischen, wirtschaftlichen, ästhetischen, psychologischen, moralischen, ethischen und sozialen Konsequenzen, dass sie keinen Teil von uns unangetastet, unberührt und unverändert lassen.“ Dieses Zitat stammt von Marshall McLuhan. Einem der bekanntesten und einflussreichsten Medientheoretiker der 60er Jahre. In seinem Buch „The Medium is the Massage“ prophezeite er damals schon die Bedeutung des Internets. Im weitesten Sinne auch die, des Web 2.0 und des Mobiltelefons. Er prägte den Begriff des „globalen Dorfs“ und bezeichnete es als Happening der Gleichzeitigkeit.
Heute, 50 Jahre später, ist Mainfranken Teil dieses weltumspannenden Happenings. Wie das i längst zu apple gehört, durchdringt nun auch das e unseren Arbeitsalltag und unser Leben: e-commerce. e-recruiting. e-learning, e-government.
Obwohl diese Entwicklung von einigen immer noch skeptisch beobachtet wird, gibt es kein zurück mehr und die e-chancen überzeugen: die Erschließung neuer Kommunikationswege, die direkte Ansprache von Zielgruppen, der Dialog mit Communities , die Steigerung von Effizienz und Effektivität. Das Web ist mehr als ein Medium, es ist eine Infrastruktur für den grenzüberschreitenden Austausch von Informationen in Echtzeit. Kunden, Mitarbeiter, Journalisten, Meinungsbildner – sie alle sind dort unterwegs. Die „Online Performance“ des zukünftigen Arbeitgebers spielt für die jungen Bewerber eine bedeutende Rolle. Das bessere Suchergebnis bei Google entscheidet über Marktanteile und Umsatz. Für kleine und mittlere Unternehmen bietet der Online-Marktplatz neue Expansions-Chancen.
Es wird Ihnen nicht entgangen sein, liebe Leserinnen und Leser, dass ich eine optimistische Einstellung zum World Wide Web habe. Bei aller Euphorie möchte ich aber auch warnen, nicht jedem Hype aktionistisch hinterher zu hecheln. Nicht jedes Unternehmen braucht eine Facebook-Fanpage, einen Twitter-Account oder einen YouTube-Channel, um in Zukunft überleben zu können. Nur relevante Themen-, Informations- bzw. Dialogangebote sorgen dafür, dass es auf Ihrer Website Click macht. Aus der Push-Kommunikation in den herkömmlichen Medien wird eine Pull-Kommunikation im Mitmach-Web 2.0 ff. Content, Relevanz, Usability, SEO/SEM oder Tracking – Worthülsen, die nur wenn sie richtig gefüllt sind, zum Erfolg führen.
Für eine Region wie Mainfranken, bietet das professionelle Interagieren mit den Bewohnern des „globalen Dorfs“ ein unbegrenztes Chancenpotenzial. Stay online!
Aus Wirtschaft in Mainfranken, 11/11 “Meinung”, Dieter Schneider


Ich bin heute nach dem Schreibfehler im Titel des Buchs “The Medium is the Massage” gefragt worden. Dazu hier die Antwort: Mit Absicht behielt McLuhan den Druckfehler, den der Schriftsetzer des Verlags gemacht hatte bei. Statt des „e“ in dem ursprünglich vorgeschriebenen Wort „Message“ entschied sich McLuhan für „Massage“, weil es zum Ausdruck bringt, wie die Sinne und die Aufmerksamkeit des Menschen durch die Medien geknetet werden.