Dass Nachhaltigkeit einen Markenwert darstellen könnte, war bis vor einem Jahr noch fast undenkbar. Hier die wichtigsten Aussagen der Konferenz:
Eine überwältigende Mehrheit von 71% der Befragten hält Werbung für nicht glaubwürdig.
Erstaunlich viele Konsumenten können mit dem Begriff Nachhaltigkeit etwas anfangen. Verbunden wir Nachhaltigkeit ganz klar mit dem Thema Zukunft.
Bislang konnte sich eigentlich keine Branche mit dem Thema profilieren. Am ehesten ist das noch der Lebensmittel- und Energie-Branche gelungen. Am wenigsten den Banken und der Automobil-Branche.
Markus Hinz von Google Germany: “Nachhaltigkeit ist Teil der Firmenkultur bei Google.”
Stefan Borbe von BMW: “Die BMW Group sieht auch in Zukunft ihre Führungsposition als Verpflichtung, den Unternehmenswert unter Berücksichtigung der Prinzipien der Nachhaltigkeit weiter zu steigern. Mit unserem Engagement wollen wir weiterhin Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft geben.”
Kai Friedricht von Cortal Consors: “Nachhaltigkeit im Bankgeschäft bedeuten für uns auch Fairness und Transparenz – Werte, die bei den meisten Banken noch nicht gelebt werden.”

Vielleicht sollte man mal die Definition klären. Der Begriff ist ein Container und ein Schwamm zugleich. Ist Nachhaltigkeit ein Wert an sich, eine Tugend, ein Prozess …
Nachhaltigkeit ist meines Erachtens ein Leitprinzip für langfristig ausgerichtetes Unternehmertum. Daraus leiten sich dann Strategien, Prozesse, Werte und völlig neue Positionierungsräume ab.
Mich würde interessieren, wie die Aussage “Erstaunlich viele Konsumenten können mit dem Begriff Nachhaltigkeit etwas anfangen” belegt wird. Alle mir bekannten Studien lassen auf Gegenteiliges schließen. Meist wird Nachhaltigkeit nur mit ökologischen Aspekten in Verbindung gebracht. Warum eigentlich? Weil es einfach einfach ist?
Ich frage mich, wie ein “normal” informierter Durchscnittskonsument überhaupt wissen kann, was hinter Nachhaltigkeit steckt? Bio-Lebensmittel? Klimaschutz? Soziales Engagement? Die Liste lässt sich in beliebige Richtung erweitern.
Wie lässt sich das Ganze einfach, im Sinne von kundenorientiert und unkompliziert kommunizierbar, definieren?
Sie haben recht; der Wildwuchs an Definitionen ist riesig. Aus meiner Sicht kann von Nachhaltigkeit dann gesprochen werden, wenn es eine ethisch verantwortete Unternehmenskultur gibt, wenn die ökonomische Perspektive auf eine dauerhafte Wertschöpfung und eine Steigerung der Wertschöpfung des Kunden ausgerichtet ist, wenn für das Unternehmen die langfristige Erhaltung der sozialen und ökologischen Systeme wichtig ist und wenn eine Kultur der Verantwortung gelebt wird.