Wie erwartet wird weiter über Provinz auf Weltniveau diskutiert. Vor allem im WüWideWeb. Diese Internet-Diskussion beweist, dass Würzburg ein starkes kommunikatives Online-Potenzial hat. Bevor die Community, insb. die Facebook-Gruppe, zum digitalen Verhinderungsverein wird, wäre es doch besser mal den Stadtrat herauszufordern. Bei der Gelegenheit frage ich mich, ob es schon mal eine Facebook-Gruppe gegen eine Stadtratsentscheidung gab? Einige dieser Entscheidungen prägen das Bild der Stadt nämlich mehr als es ein “dummer Spruch” kann.
Die Main-Post schreibt heute in Ihrer “Holzausgabe”, dass der “Provinz-Spruch im Internet durchfällt”. Das sachliche Niveau “im Internet” muss hier nicht weiter kommentiert werden. Zwei Dinge sind der Rede wert:
1. “Jede Form von Veränderung hat es schwer in der kleinen Großstadt oder großen Kleinstadt” – so steht es in der ursprünglichen Konzept-Präsentation. Die Internet-Diskussion um die Provinz auf Weltniveau hat überwiegend ablehnenden Charakter. Auf Facebook wurde eine Gruppe gebildet mit dem Titel: NEIN zu: “Würzburg – Provinz auf Weltniveau”! Die Welle der Ablehnung gipfelt für mich in der Frage eines Gruppenmitglieds:
“Wie wäre es denn jetzt mal mit einer Petition an den Stadtrat?”
Was soll und kann mit dieser Anti-Einstellung erreicht werden: “Soll das Aussprechen des Slogans, der nicht genannt werden darf, unter Strafe gestellt werden? Soll mir, bzw. uns das Denken verboten werden?” Man muss wissen, dass solche Anti-Protest-Aktionen erfahrungsgemäß dazu führen, die Botschaft nur noch stärker und nachhaltiger zu verfestigen. Zugegeben, für den Slogan kann ich was, aber für die Penetration (negativ wie positiv) sind die Kritiker bis jetzt allein verantwortlich. Schließlich wurde noch kein Euro für die Verbreitung gezahlt.
2. Was ist eigentlich mit dem Mandatsträgern bzw. dem Stadtrat? Gerade die Diskussion zeigt doch, dass Würzburg in Sachen Image und Profil signifikanten Nachholbedarf hat. Aus dem Rathaus hört man Schweigen und hinter den Rücken wird getuschelt. Die Würzburg AG hat eine Initiative gestartet und einen Stein ins Rollen gebracht, um darauf hinzuweisen, dass sich Würzburg unter Wert verkauft. Man stelle sich vor, was passiert, wenn die Energie, die für die Diskussion on- und offline aufgebracht wird, in Richtung Rathaus umgeleitet würde. Unter diesem Druck müssten die Stadtverantwortlichen dann doch mal Stellung nehmen: “Will man dort das Image der Stadt profilieren und will man sich im Wettbewerb positionieren? Wenn ja, wie? etc.“
Slogan hin oder her, jetzt wäre die Gelegenheit dem alten Vorurteil aktiv entgegenzutreten: “Der gemeine Würzburger steht morgens auf und fragt sich gegen was er heute sein kann!”
Wird aus der Provinz, die Leiden schafft, die Provinz aus Leidenschaft? Die Chance war noch nie so groß wie jetzt.
Hier die Links zum Thema im WüWideWeb:
- Facebook
- Würzblog
- liveh8
Nachtrag:
kam grad rein und passt:
Reinhard Fendrich:
„Wer nicht in der Lage ist zu polarisieren, der wird niemals Spannung erzeugen können“.
Und das ist doch echt cool:
Würde ich eine Postkarte draus machen;-)
Man achte auf das Weldniveau mit weichem T.
Layout-Vorschlag: Headline: »Ein Quadratmeter Würzburg«
Subline: »Sie sollten erst mal die restlichen 87.629 qm kennenlernen!«
Text: Größte Barockresidenz Europas xy qm, Universität xy qm, Afrika-Festival xy qm etc.
Und das als Plakat im HBF Berlin. Oh, was würde diese Kampagne wirken!!!
Danke an lp10, junge architekten in unterfranken




Wie war das damals? Wir wollen talk of the town werden?
Yeah… now it´s the only god damn talk left in that town. Schnell zum case geschnürt und in Cannes bei den Titanium Löwen eingereicht, das Ganze. :-)
@Wird auch höchste Zeit, dass der Verurheber, bzw. ursacher des Janzen sich einmischt. Sag mal, wie hast Du das mit der Provinz gemeint;-)
Dieter, strategisch passt zwischen uns kein Blatt. Provinz ist ne feine Sache – wenn man auf geringe Kriminalität, Nachbarschaftlichkeit, gutes Essen, den “jobmotor Mittelstand”, einen funktionierenden solidarischen Zusammenhalt und all die anderen positiven Erscheinungen des Ländlichen steht. Wenn nicht… Na ach weißte, ich habe die laufende Diskussion aus einer stillen Ecke heraus beobachtet. Nachdem ich die unterschiedlichsten Stimmen zur Kampagne und vor allem auch zum Claim gehört habe, denke ich, gut daran getan zu haben. Natürlich freut es mich jetzt zu lesen, dass unser Baby es durch die Feuerverzinkung eines 60-köpfigen Gremiums in Konkurrenz zu 80 eingereichten Ideen geschafft hat. Keine Frage. Nein, doch, eine: geht das jovoto Preisgeld nun an Andi und mich? ;-)