Unternehmer, d. h. Arbeitgeber haben in unserer Gesellschaft traditionell ein schlechtes Image. Bestenfalls haben sie gar keins. Unternehmer geben Arbeit und stehen in der Dauerkritik von den Arbeitnehmervertretern. Im Gegensatz zu Gewerkschaftlern, Politikern, Verwaltungsbeamten und Juristen haben sie auch so gut wie nichts zu melden. Für soziale Gerechtigkeit, was auch immer das bedeuten mag, stehen andere.
Der Unternehmer ist mit seiner Dynamik und seinem Drang nach Entwicklung von Geschäftsmodellen eher ein unangenehmer Unruhestifter, der den deutschen Gleichgewichtssinn stört. Vielen fehlt hierzulande das Verständnis, wenn man die Chance auf Kosten der Sicherheit sucht, und wenn man dabei auch noch das Risiko des Scheiterns in Kauf nimmt.
Unternehmer stehen im Wettbewerb und in ihrem Metier gibt es keine Gewinner ohne Verlierer. Das ist nicht die feine Art, die manche Bürokraten, Beamte und Journalisten für sich und ihre Arbeit beanspruchen. Für diese Herrschaften ist es schwer zu akzeptieren, dass die eigennützige Betätigung von Wenigen unbeabsichtigt zu einem Nutzen für die ganze Gesellschaft führen soll.
Sind Unternehmer erfolgreich mit dem, was unternommen wird, wird schnell an der Verteilung des Gewinns gemäkelt, die soziale und gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens angemahnt und die vermeintliche Gier thematisiert. Bei Misserfolg ruft man von den billigen Rängen nach der Staatsanwaltschaft. Und alle haben es schon immer gewusst, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht. Unternehmer sein in Deutschland ist ein undankbares Geschäft. Für einige ganz Eifrige ist diese Art der Beschäftigung genauso überflüssig wie der Kapitalismus.
Unternehmen wir was …
Gegen das schlechte Image und die mangelnde Anerkennung in unserer Gesellschaft muss was unternommen werden! Die Gesellschaft braucht Eigeninitiative, Risikofreude, neue Ideen und Innovationen. Wer Arbeit nehmen will, braucht Menschen, die in der Lage sind Arbeit zu geben. Wir könnten uns alle gegenseitig kostenlos die Haare schneiden, nur wäre damit keinem einzigen Bedürftigen und Kranken geholfen. Nur weil es Menschen gibt, die das Risiko eingehen und einen Friseursalon gründen, besteht die Chance Steuern vom Gewinn in das soziale System einzuzahlen. Die soziale Marktwirtschaft funktioniert durch Geben und Nehmen. Warum in der vermeintlichen Sozialpolitik der letzten 20 Jahre immer nur gegen die Geber gestänkert wurde, war mir schon als BWL-Student schleierhaft und suspekt.
Unternehmer sind mit ihrem Engagement, mit ihrer Schaffenskraft, mit ihren Ideen und ihrer Risikofreude der Motor unserer Gesellschaft. Jetzt, am Vorabend der Wirtschaftskrise blind auf alles losgehen, was sich gewinnorientiert bewegt, ist ein fataler Fehler. Und nur weil es unter den Unternehmern genauso schwarze Schafe gibt, wie es welche unter den Politikern, den Medizinern und ja auch sogar unter den Theologen gibt, darf nicht pauschal verteufelt werden. Eine globale Wirtschaftskrise, die nicht durch die Unternehmer in Deutschland verursacht wurde, ist eine gute Gelegenheit das Image der Unternehmer mal wieder aufzupolieren. Unternehmer sind ein Gewinn für die Gesellschaft!

[...] (Eine mögliche Antwort auf diesen Beitrag) [...]
Vollste Zustimmung!
Vorab schliesse ich mich meinem Vor-Kommentator an: “Volle Zustimmung”. Dennoch glaube ich nicht, dass es reicht, das Image von Unternehmern einfach nur aufzupolieren, denn ein kurzfristiger Glanz auf einer matten gesellschaftlichen Oberfläche hätte nur kurz Bestand und würde in der medialen Kurzfristigkeit wieder schnell ermatten. Die globale Wirtschaftskrise hat noch nicht den Verstand der Gesellschaft erreicht. Nur langsam steigt sie von der globalen Bühne herab zum Publikum. Erst wenn der Saal von ihr erfüllt ist und das Publikum bemerkt, dass die volkswirtschaftlichen Seitenausgänge gesperrt, die (sozialen) Notausgänge verstopft sind, bildet sich ein neues Bewusstsein- eine neue Haltung gegenüber denen, die mit Mut, Kreativität und Verantwortung bereit sind, etwas zu unternehmen.
Don’t talk – act!
Von daher wieder vollste Zustaimmung an den Vorredner Niels_B! ;-)
Übrigens sieht man hier sehr schön, wie es um die Innovations- und Visionsdenke der deutschen Manager aka “Unternehmer” bestellt ist: http://www.wuv.de/news/digbusi...../index.php
Trotz schön verpacktem blabla höre ich immer nur “Kostenkontrolle” als Hauptinstrument gegen die Krise heraus.
da core! Vielleicht sollten wir über den Unterschied zwischen Unternehmer und Manager reden.
Yes, that’s what I mean Patrick