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Web 2.0 hat funktioniert, oder doch nicht? (1)

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Von amazon.de bekam ich eine E-Mail mit folgendem Wortlaut:

Liebe Kundin, lieber Kunde! Da Sie Bücher von Dirk Baecker gekauft oder bewertet haben, freut es Sie sicher, dass Studien zur nächsten Gesellschaft, jetzt erhältlich ist. Bestellen Sie jetzt Ihr Exemplar!

Schließlich lasse ich mich von der Kurzbeschreibung überzeugen und kaufe das Buch mit ein bis zwei Clicks, für 10 Euro und ohne Versandkosten. Ein Tag später liegt das Buch auf meinem Tisch. Und nun frage ich die Skeptiker des Web 2.0: “Welcher Buchhändler in meiner Stadt kennt meine Vorlieben und Präferenzen? Wer von denen würde mich anrufen und mir ein Buch empfehlen? Wer würde mir es vorbei bringen (lassen)?” Wohlgemerkt bei einem Umsatz von 10 Euro! Keine Parkplatzsuche, kein Strafzettel, kein Warten an der Kasse …

Soweit so gut. Nun fange ich an das Buch zu lesen und stelle spätestens auf Seite 24 fest, das es nicht für mich geschrieben ist. Vielleicht verstehen Sie Sätze wie den folgenden, ich jedenfalls nicht:

Die Form des innovativen Unternehmens der nächsten Gesellschaft notiert dieses Unternehmen auf der bestimmten Innenseite der Unterscheidung und die Gesellschaft auf der dadurch als hinreichend unbestimmt bestimmten Außenseite der Unterscheidung.

Ich habe “hinreichend bestimmt” das falsche Buch gekauft! Was aber nicht an amazon liegt, sondern an mir. Ich würde es auch keinem Verkäufer im Buchladen zumuten, mich darauf aufmerksam zu machen, dass ich das Buch nicht kaufen soll, weil ich es eh nicht verstehen werde. Bevor ich das Buch nun in die Tonne kloppe verschenke ich es. Wer also Interesse an Dirk Baeckers “Studien zur nächsten Gesellschaft” hat, erschienen im suhrkamp taschenbuch Verlag, bitte bei mir melden. Web 2.0 hat ein Geschenk für Sie.


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1 Kommentar

  1. Kolja sagt:

    1) Du hast ja so recht. Amazon hat es – neben iTunes und Last.fm – als erster geschafft, mich mit WIRKLICH guten Empfehlungen zu versorgen. Und das schon zu 1.0-Zeiten *g*
    2) Ich behaupte, das geht den meisten so. Denn das kann man nur verstehen, wenn man sich reichlich Luhmann & Co reingezogen hat… ein steiniger Weg, wie ich finde. Und an der Uni haben viele Dozenten, die wissen sollten, was uns die Systemtheorie eigentlich sagen will, nur vordergründig einen Strahl davon…

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