Fachgespräche
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Online vs. Print: Wer gewinnt?

Gastbeitrag eines anonymen Bewerbers:

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Wie sieht die Zukunft des Print-Gewerbes aus? Wo steht es im Jahr 2050? Gehört der Beruf des Druckers dann weitestgehend der Vergangenheit an? Was würde dieser Wandel für unsere Gesellschaft bedeuten?

Diese und noch viele weitere kontroverse Fragen stellen sich beim Lesen eines Interviews mit einem der führenden Medienmogule unserer Zeit. Patrick McGovern, Gründer des IDG-Verlags und weltweit investierender Visionär, behauptet, dass der Online-Bereich bereits 2009 die Print-Publikation auf Magazinebene überflügeln wird.

Ist das bereits ein klares Zeichen, wohin wir uns bewegen? Ist es realistisch, dass wir schon in fünf Jahren mit zusammenrollbaren Bildträgern in der Bahn sitzen und statt der herkömmlichen Anzeigenwerbung einen kurzen animierten Spot „aufblättern“ werden, um anschließend das Produkt per Fingerabdrucksensor oder Iris-Scan zu bestellen? Wie wird die Werbewirtschaft auf diese neuen Anforderungen reagieren? Wie werden wir unsere demografische Entwicklung mit den neuen Herausforderungen auf einen Nenner bringen? Ein unsicheres Zukunftsszenario wirft viele Fragen auf, aber auch eine klare Antwort: Wer in unserem Beruf – sei es auf Beraterseite, Kreations- oder Produktionsebene – nicht auf dem Laufenden bleibt, der wird es schwer haben. Und wer die Zeichen der Zeit ignoriert, wird in spätestens fünf Jahren unsanft landen.

Auf der anderen Seite dieser rasanten Entwicklung steht immer noch der „konservative Markt“, der seine Lesegewohnheiten nicht von heute auf morgen aufgeben wird, allen voran die „Bestagers“. Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland wird die Altersgruppe der über 50-Jährigen maßgeblich an der Gestaltung der zukünftigen Werbewelt beteiligt sein. McGovern ist Begründer eines Verlages, der sich mit IT-Produkten befasst. Viele Objekte dieser Firma (z.B. GamePro, GameStar) zielen auf eine sehr junge Zielgruppe ab. Diese Tatsache macht die Entwicklung und die verstärkte Verlagerung auf das Internet absehbar. Die überwiegend jungen User wollen möglichst schnell auf relevante Informationen zugreifen, im Idealfall nichts dafür zahlen und das Wissen weiterverwerten. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es sich hierbei um den Markt von übermorgen handelt.

Nahe liegt, dass es sehr spannend bleibt, wie „e-papers“ & Co angenommen werden. Interessant sind auch die Fragen, wann die ersten mobilen Bildträger inkl. entsprechender publikationstechnischer Konzepte auf den Markt kommen und wie lange es dauert, bis sich diese Technik durchgesetzt hat. Dennoch kommen Fragen auf: Wieso wird der Content im Internet nicht annähernd so wertgeschätzt wie der gedruckte? Warum werden wertvolle Inhalte und Informationen im Netz nicht auch als solche behandelt? Können wir in dieser rasenden Geschwindigkeit neue bleibende Werte schaffen? Ist es vielleicht sinnvoller, ein „Miteinander“ zu entwickeln, um sich die jeweiligen Vorteile der verschiedenen Medien zu Nutze zu machen? Immerhin können auf diesem Wege auch Win-Win-Situationen entstehen. Fakt ist, dass wir ein Teil dieser Zukunft sind und demnach mitverantwortlich dafür, wie sich die Welt von morgen gestaltet. Mich würde interessieren, welche Fantasien Sie dazu entwickeln und wie Ihre persönlichen Konzepte dazu aussehen. Ich freue mich auf einen regen Austausch zu diesem Thema.

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