
Auf Einladung des Marketing-Clubs hatte eine Buena la Vista – Delegation gestern die Chance den Vortrag von Pater Anselm Grün zu hören. Der Benediktiner referierte über das Thema: “Führen mit Werten. Werte machen das Leben wertvoll.” Vor ausverkauftem Haus postuliert er, dass wir auf Dauer nachhaltig finanzielle Werte erzielen, wenn wir ethische Werte schätzen. Es gilt die alten Werte der Philosophie und des Christentums in einer modernen Sprache zu vermitteln. Dabei geht es ihm nicht um moralische Vermittlung, mit erhobenem Zeigefinger, sondern um das Werben für die Werte, die unserem Wirtschaften einen neuen Wert verleihen.
Pater Anselm hat ca. 80 Bücher geschrieben und ist ein gefragter Referent in der Wirtschaft.
Vielen Dank für die Einladung und den interessanten Abend!
Nachtrag: Über den Werbeblogger wurde ich auf ein Video von Vera Birkenbihl aufmerksam, in der sie darüber doziert, wie Sprache und Worte die Welt verändern. Sehr empfehlenswert. Link: www.youtube.com


[...] Nur all zu oft verwechseln wir Wert mit Preis bzw. Ertrag. Ein Wert ist nicht zwangsläufig gekoppelt an monetäre Einheiten. Der Begriff Wert selbst lässt sich laut Wikipedia in zweierlei Maß anwenden. Etwas IST wert oder etwas HAT Wert. Mag sich zunächst recht gleich anhören, ist aber ein fundamentaler Unterschied. Seit wir nämlich den Wert in Geldscheinen, also einem völlig abstrakten Gegenstand (ohne Materialwert) definieren, ist uns somit auch der eigentliche Gegenwertbegriff völlig flöten gegangen bzw. er hat sich in ähnlicher Weise abstrahiert. [...]
ich schätze Pater Anselm Grün als einen integren Repräsentanten der Werte-Diskussion in unserem Lande. Die herausfordernde Frage, die sich nun nach 10 Jahren Debatte in diesem Bereich stellt, ist, inwieweit Inhaber, Führungskräfte am Ende des Tages das Gute instrumentalisieren, um die eigenen Vorstellungen (Profit, Kontrolle, …) auf einem ’schnelleren Weg erreichen wollen. Oder wer macht sich denn wirklich als Überzeugungstäter auf den Weg auf der Grundlage vo persönlichen Überzeugungen eine Unternehmenskultur nachhaltig auzurichten. Hut ab vor jedem Manager, der sich auf diesem Weg einlässt.
@Marcus Hausner: “das Gute instrumentalisieren, um die eigenen Vorstellungen …” – sind Profit und Kontrolle Ihrer Meinung nach das Böse, wofür das Gute instrumentalisiert wird? Vorsicht: Wir dürfen Gewinnerzielungsabsicht nicht verteufeln. Nicht nur das Finanzamt auch die Gewerkschaft und sogar die Kirchen braucht den Profit der Unternehmen!