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Bin ich ein kreativer Industrieller? (1)

Der Begriff “Creative Industries” macht sich in den Medien breit. Brand eins übersetzt ihn mit Ideenwirtschaft. Vielerorts stößt man auch auf das Synonym Creative Economy. Wenn man wie ich sein Leben lang mit kreativen Ideen zu tun hatte, begegnet man diesem Thema mit einer freudigen Erwartungshaltung: “Wird unsere Branche endlich ernst genommen? Stehen wir auf Augenhöhe mit der Industrie? Wird es eine Fusion von BDI und GWA geben?” Hier nun die Erklärungen zu Begriff und Hintergrund:

Die Creative Industries sind eine Zusammenfassung von sehr heterogenen Wirtschaftszweigen, bei denen Kreativität ein wesentlicher Input für die Erstellung von Produkten und Dienstleistungen ist. Die Orientierung der Unternehmen in diesem Bereich ist sehr unterschiedlich: Bei einigen Teilbereichen dominieren klar marktwirtschaftliche Zielsetzungen, andere befinden sich an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft, mit unterschiedlichem Ziel- und Wertsystem für ihre Aktivitäten. Hinzu kommt, dass neue Technologien – insbesondere jene, die konstituierend für die New Economy waren – zum Wachstum und zur positiven Einschätzung dieses Sektors spürbar beigetragen haben. Quelle: www.kulturdokumentation.org

Rein marktwirtschaftlich orientierte Bereiche (wie etwa Werbung, Multimedia, Software oder Mode/Design) fallen hierbei ebenso darunter, wie Bereiche, die an der Schnittstelle von Kunst und Wirtschaft operieren (etwa Bildende und Darstellende Kunst, Literatur, Musik oder Museen). Quelle www.creativeindustries.at

Vivien Pieper hat in der brand 1, Mai 2007 Ausgabe interessante Zahlen zu diesem neu definierten Wirtschaftszweig zusammengestellt, z.B.:
Jahresumsatz der Creative Industries in Deutschland 2004: 117.000.000.000 Euro
(Anteil der Werbebranche an diesem Umsatz: 11,8%)
Anteil der Creative Industries am Bruttoinlandsprodukt 2004 in Deutschland: 2,6%
(Zum Vergleich: der Anteil der Automobilindustrie im gleichen Zeitraum betrug 2,9%)

Fast genauso groß wie die Autobranche! Na, wenn das kein Grund für Stolz und Selbstbewusstsein ist. Auch Wikipedia macht uns Mut: “Creative Industries … are often cited as being a growing part of the global economy”.
Wir Werber sollten wissen, dass wir nur ein Teil dieses Sektors sind. Wir sitzen im Boot mit der Filmwirtschaft, dem Privatfernsehen bzw. -radio, mit Musik, Kunst, Journalismus, Architektur, Computerspiele und Softareentwicklung. Eine stärkere Integration und Zusammenarbeit mit diesen Schwester-Branchen wäre für die Kreativbranche Werbung ein Gewinn. Ich bin gespannt, ob sich der “Kreativ-Industrie-Sektor” in der deutschen Wirtschaft konstituieren wird. Spätestens wenn sich eine GIK (Gewerkschaft für Ideen und Kultur) mit einem BKI (Arbeitgeberverband der Kreativ-Industriellen) um Löhne, Urlaub und Arbeitszeiten streiten ist es passiert;-)

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1 Kommentar

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