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Podcast

Podcasts sind meiner Ansicht nach das gelungenste Format im Bereich der Corporate Communication. Das relativ neue Medienformat im Internet dürfte noch nicht allen bekannt sein, trotz immer stärkerer Erwähnung und Nutzung der klassischen Medien. Daher eine kurze Begriffserklärung:

Podcasts (das Wort setzt sich zusammen aus “iPod” und “Broadcasting”) sind produzierte Audio oder Videoinhalte (mp3/mp4), die für das Internet optimiert wurden und dort auch unabhängig von einem Sendeschema dauerhaft, d.h. on-demand und meist regelmäßig zur Verfügung gestellt werden. Audio/Videodateien können vielschichtig konsumiert werden, so kann man Podcasts direkt im Browser, auf dem MP3/Video-Player oder per Download z.B. auf eine CD brennen. Podcasts sind in der Regel kostenlos, hätten aber die Möglichkeit auch kostenpflichtig angeboten zu werden. Jeder professionelle Podcast verfügt auch über einen RSS-Feed, so dass es für die Nutzer möglich wird – per Abo – über neue Episoden automatisch benachrichtigt zu werden.

Podcasts sind Pull-Medien (Die Nutzer konsumieren freiwillig) und werden entsprechend mit hohem Interesse und Involvement konsumiert. Zusätzlich bieten Podcasts durch die Einbettung in einer Website mit Kommentarfunktion auch die Möglichkeit Dialoge zu initiieren. Selbst interaktive Podcasts mit Call-In und/oder Chat sind denkbar und mittlerweile schnell umzusetzen. Denn durch die heutige, fortgeschrittene Technologie wird die Produktion und das Senden von semi-professionellen Audioformaten möglich und vor allem erschwinglich. Jeder Produzent dieser Inhalte hat dadurch die Chance auf ein Millionenpublikum im Internet, meist lohnt es sich aber oft auch nur die richtige Nische damit zu erreichen. Denn eines darf man nicht verwechseln: Podcast ist nicht gleich ein Weltempfänger, aber es kann den richtige Kanal für die Nischenzielgruppe eines Unternehmens öffnen und bedienen.

Prominenteste Podcast Produzentin dürfte wohl unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel sein. In einem wöchentlichen Video-Podcast richtet sie sich mit den aktuellen Themen an die digital vernetzte Nation. Politiker in aller Welt folgten ihrem Beispiel und so ist das Podcasting in den USA eines der wichtigen Wahlkampfinstrumenten geworden.

Ich produziere beispielsweise (privat) gemeinsam mit meinen Co-Moderatoren Tim Keil und Roland Kühl-v. Puttkamer den Werbeblogger Podcast. Für eine Nische in der Nische in der Nische hat unser Podcast wie ich finde eine sehr gute Reichweite. Nische will meinen, wir sind in der Nische der Werbebranche, benutzen die Nische Podcast und verwenden das Nischenformat 60 Minuten Talk ohne Pause und Musik. Damit erreichen wir zu Spitzensendungen (z.B. mit Markenexperte Bernd M. Michael) ca. 3000 Abrufe – natürlich mit langfristiger Wirkung, da die Sendungen archiviert und jederzeit abrufbar sind. 3000 hört sich für manche viel und für mache wenig an. 3000 ist wenig, wenn man eine breite Öffentlichkeit erreichen will. 3000 ist sehr viel, wenn man sich nur auf seine Branche konzentrieren möchte. Gerade deshalb dürften Podcasts ein wunderbares Kommunikationsinstrument für den B2B-Bereich sein.

Die weiteren Vorteile von Podcasts für die Unternehmenskommunikation lässt sich schnell und einfach erklären. Anders als bei Text-Inhalten ist die Nähe zum Autor/Urheber sehr viel stärker ausgeprägt. Durch Stimme, Sprachstil und Inhalt lassen sich manche Zusammenhänge oft sehr viel besser darstellen als in langen Texten. Gerade ein Format mit Dialogcharakter (Interviewsituation) transportiert – so lange es nicht fingiert ist – Authentizität und damit auch Persönlichkeit. Zusätzlich erhält man die Möglichkeit mit Klängen zu experimentieren. Wie man weiß erreichen Audioinformationen unser Gehirn sehr viel schneller und nachhaltiger als die visuellen. Doch der Erfolg ist natürlich immer sehr stark von den Inhalten und der Machart abhängig. Langweilige Inhalte werden nicht besser, nur weil sie gesprochen oder “gesungen” werden. So müssen gerade Unternehmen sich zuvor überlegen, was und mit wem sie kommunizieren und wie sie es gerne transportieren wollen.

Podcasting ist ein zart wachsender Markt. Immer mehr entdecken das Format für sich und produzieren derartige Inhalte. Daher ist es in Zukunft auch wichtig sich mit Podcastmarketing zu beschäftigen. Damit ist zum einen sicherlich die Platzierung von Werbung in vorhandenen Podcasts gemeint, sowie auch die Vermarktung der Eigenproduktionen. Denn die Produktion allein wird nicht mehr reichen um den Inhalt zu streuen. Man muss sich zusätzlich auch darüber Gedanken machen, wie man es schafft (sofern man die Absicht verfolgt), das eigene Podcast-Format möglichst breit zu streuen. Dazu kann man entsprechende Filter nutzen oder auch eine klassische Marketingstrategie einsetzen. Podcasts sind momentan bestenfalls eine wunderbare Ergänzung zur Kommunikation, ersetzen kann sie das klassische Marketing nicht – aber dafür unheimlich bereichern.

Weiterführende Links zum Thema

Wichtige Podcasts der Branche:
– Alex Wunschels Blick über den Tellerrand (Podcastpionier und ausgewiesener Experte auf dem Gebiet Markenkommunikation mit Podcasts)
– Joseph Jaffes Across the Sound (engl.)
The Advertising Show (engl.)
Werbeblogger Podcast

Unternehmenspodcasts:
Playboy
Starbucks
VW (Horst Schlämmer)
Mercedes Benz
BASF
SAP

Podcastverzeichnisse:
podcast.de
podcast.net
podster.de
podcast alley (engl.)
iTunes
Yahoo Podcastsuche

Studien:
Podcasthörer-Umfrage Deutschland
Podcast Outlook (2005)
ARD Podcaststudie

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4 Comments

  1. Michi sagt:

    Über lang oder kurz werden uns alle Neuerungen einholen und altes schnell vergessen sein. Daher hoffen wir auf die Zukunft.
    Beste Grüße Michi

  2. Aktuelle US-Statistik zur Nutzung von Podcasts hier: http://www.emarketer.com/Article.aspx?id=1004938

  3. Und hier der Tipp auf die erweiterte Liste von Podcasts aus Unternehmen und von Marken in Deutschland: http://podpimp.pbwiki.com

    Aktuell ca. 40 Podcasts

    Grüße, Alex

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