Wo verteilen Sie Ihre Werbegelder? Ein wenig in der Tagezeitung, etwas weniger im Radio, eher mehr in der Fachzeitschrift, so gut wie nichts im TV, immer mehr im Internet, zu besonderen Anlässen auf Plakatstellen, im Direct-Mailing und Call-Center, wenn’s schnellen Umsatz bringen soll? – Die rasante Entwicklung der Medienlandschaft hat zu einer fast unüberschaubaren Vielfalt von Medienangeboten und somit Werbemöglichkeiten geführt. Mit dem Vormarsch des Internets werden aus einigen wenigen Massenmedien viele kleine Nischenmedien.
Dass die Zersplitterung der Märkte und Medien beim werbetreibenden Unternehmer erst einmal zu Orientierungslosigkeit, Unsicherheit und Zurückhaltung führt ist menschlich nachvollziehbar. Dieses Verhalten geht auch konform mit der Überforderung des Mediennutzers, der gar nicht mehr weiß, wann er das alles lesen, hören und anschauen soll. Marketing und Konsument werden gleichermaßen von der Lawine an Bildern, News und Infos überrollt. Doch damit nicht genug, jetzt sollen wir auch noch selbst für mehr Inhalt sorgen! „User Generated Content“ heißt die Formel, mit der wir Wikipedia, Weblogs, Foren und Flickr füllen sollen.
Wie gehen wir mit diesem Overkill an Optionen am besten um? Es wird nach meiner Einschätzung in Zukunft weniger darauf ankommen, WIE man wirbt und kommuniziert, sondern vielmehr WANN und WO die Botschaft platziert ist! Klassische Mediaplanung wird ergänzt werden müssen durch außergewöhnliche Werbeformen. Begriffe wie Out-of-home, Ambient-Media, Guerilla-,Virales- und Online-Marketing stehen für diese Entwicklung. Um die Orientierung nicht zu verlieren brauchen wir Berater und Agenturen ein ganzheitliches Verständnis für Marken, Medien und Menschen. Wir müssen integriert und konvergent denken. Auf der anderen Seite wird der Unternehmer mehr Mut für ungewöhnliche und spontane Entscheidungen brauchen, wohl wissend, dass die Entscheidung unberechenbarer wird. Das Kreuz und Quer an Infos, Zahlen und Daten wird dazu führen, dass es in Zukunft wieder mehr um Intuition, Gespür und das berühmte „Näschen“ gehen wird. Wer sein Marketing ausschließlich an Zahlen und Fakten ausrichtet, wird vielleicht keine Fehler machen, er wird aber auch nicht auffallen, begeistern und mitreißen. Mut zur Lücke!
Quelle (Editorial Wirtschaft in Mainfranken 05/2007)

[...] Label podcast Hochschule Mannheim Wunschkunde Text Sport New Media Gestaltung Aufmerksamkeit Wo sind die Filter von morgen? Patrick Breitenbach am 9.05.2007 Der Long Tail bringt uns Menschen nicht nur eine unglaublicheVielfalt an Angeboten, sondern eben gleichzeitig auch die Aufgabenstellung, diese Inhalte relevant zu filtern. Eine ähnliche Problematik hat Dieter ja bereits beim Thema Onlinemarketing angesprochen. Hier entwickeln sich sogar schon erste Lösungsansätze. Wie erreichen wir, jeder von uns als Individuum, dass wir mit völlig unterschiedlichen Interessen genau die Themen, genau die Nische entdecken, die für uns interessant sind? [...]