Fachgespräche
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Text 2.0 – eine Form von Inkontinenz? (24)

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Das Web 2.0 ist in aller Munde, im Gespräch und im Gerede! Über fast alles wird diskutiert, beigetragen und kommentiert. Nur zu einem Thema wird meist geschwiegen: “Text im Web 2.0″. Bei so manchem Beitrag denkt man an Peter Ustinovs geflügeltes Wort: “Schreiben: Es ist eine Form von Inkontinenz”. Andere Texte wiederum werden durch Inhalt und Ausdruck zu einem Genuß für den bewussten Leser. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam eine Diskussion anzustoßen in der die Sprache im Web 2.0 kritisch beleuchtet wird. Gastbeiträge sind willkommen! Bitte auf info@buena-la-vista.de zur Veröffentlichung einreichen. Genauso freue ich mich auf Ihre Kommentare und / oder Links. Hier sind erste Empfehlungen für die Freunde des gepflegeten Wortes im Web 2.0:

http://www.die-macht-der-sprache.de/
Die Rolle von Sprache in einer globalisierten Welt (Goethe-Institut)

http://www.wort-wahl.de.vu/
frau wort-wahl ist: Susanne Rudloff, jahrgang 1980, zurück in nürnberg
::: wortwähler, vielredner, nichtssager, stillhalter, aufwecker, falter und gucker, sucher, nichtfinder, drüberstolperer, träumer, heimkehrer :::
[(--und wie ist das bei dir so?--)]

http://textundblog.de/
Ist das Blog des freiberuflichen Webdesigners und literarischen Übersetzers Markus Trapp – in Hamburg

http://www.cyberjournalist.net/great_weblog_journalism/

http://www.wolf-schneider-sprachseminar.de/
Nichts hat das Fernsehen, nichts hat der Computer weggenommen von der Kraft und der Bedeutung des geschriebenen Wortes. Es regiert in Leitartikeln und Parteiprogrammen, lanciert in Pressemitteilungen und verkauft in der Werbung. Kurz: Es wirkt! Unter einer Bedingung: Es muss gelesen werden.


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24 Kommentare

  1. Peter sagt:

    Och Mann … warum muss man immer Themen erfinden, die die Welt nicht braucht. Das Web-2.0-Geseier ist ja schon schlimm genug, aber nu fangt doch nicht auch noch mit Text 2.0. an. Jeder schreibt das, was er mag und wie er es mag. Bzw. was die Leute lesen wollen oder wofür er bezahlt wird. Ob im Netz, in einer Zeitung oder im Poesiealbum. Das war vor hundert Jahren so und wird auch in hundert Jahren so sein. Aber wer zu viel Zeit hat, kann darüber natürlich auch ausgiebig diskutiie… Zzzzzzzz.

  2. Thomas sagt:

    Endlich sagt das mal einer. Danke.
    Dieses ewige Web 2.0 getönse nervt langsam. Bitte mal etwas Neues.
    Vielleicht “Web 3.0 – eine Form von Diarrhö?”

  3. Kurt Schäfer sagt:

    Der Charme der großen Literatur verschiedener Sprachen, Regionen und Zeiten liegt darin, dass auf stilistisch gekonnte Weise ein wichtiger Inhalt authentisch wiedergegeben wurde. Literatur ist dagegen klein, wenn sie entweder stilistisch ungekonnt ist und/oder ein authentischer Inhalt nicht besteht. Ich denke, dass die heutige Zeit stilistisch und rhetorisch sehr bunt und interessant ist – da ist nicht das Problem. Wichtiger wäre aus meiner Sicht, sich mal wieder auf authentische Inhalte einzulassen, die – mit Sprachstil gepaart – zu etwas werden können, was man auch in 10 oder 100 Jahren noch rezipiert. Das ist in der Literatur genauso wie in der Musik. Oder sind wir kulturell bereits so weit zerfallen, dass es nur noch auf die Tageswirkung auf BILD-Zeitungsniveua ankommt?

  4. Peter sagt:

    Ich glaube, ich weiss inzwischen, warum ihr dieses irrelevante und nicht existierende Thema aufgreift: Damit Ihr Euch als “Web 2.0.”-Experten präsentieren und mögliche Auftraggeber mit vermeintlicher Kompetenz beeindrucken könnt. Das klappt bestimmt auch – wenn die Auftraggeber hinterm Mond leben und kein bisschen Menschen- und Sachverstand haben. Die meisten anderen dürften es durchschauen. Oder sie haben auch zu viel Zeit und Spaß daran, über nicht existente Themen zu philosophieren. Wie wär’s denn mal mit Bildsprache 2.0, Chat 2.0., Forum 2.0., Seitenaufbau 2.0., Typographie 2.0. ….. gähn.

  5. Dieter Schneider sagt:

    @Peter: Meine Meinung: “Text” ist in unserem Job nie irrelevant! Der Stil der Beiträge und Kommentare auf Blogs zeigt einen eigenen Charakter (siehe Thomas). Sie werden nicht bestreiten können, dass die Kommunikation grundsätzlich durch Blogs, Foren, Wikis etc. (nennen wir es nicht Web 2.0) beeinflusst wird. Für uns ist daher “Text” in der Online-Welt ein aktuelles und existentes Thema. Wenn Sie darin eine faule Nummer sehen, ist das Ihre Interpretation, genauso wie “gähn”. Ich will Ihnen aber mitteilen, warum wir das Thema hier aufgreifen: Wir suchen nämlich mittelfristig “Texter”, die die Erfahrung in der verbalen Kommunikation im Web 2.0, bzgl. Inhalt und Ausdruck mitbringen. Unsere Auftraggeber erwarten von uns nämlich echte, nicht vermeindliche Kompetenz.

  6. Peter sagt:

    @dieter
    Natürlich ist “Text” an sich nicht irrelevant. Aber ein guter Texter kann sich sowohl auf das Medium als auch auf die entsprechende Tonalität einstellen. Ihm ist es egal, ob es sich um Toilettensprüche, wissenschaftliche Artikel oder Foreneinträge handelt. Vielleicht stört mich an den ewigen Web-2.0-Diskussionen auch nur, dass sie für jede leere Hülse herhalten müssen. Gästebücher und Foren gibt es schon seit Ewigkeiten, Poesiealben noch viel viel länger. Alle haben eine eigene Sprache. Also warum die ganze künstliche Aufblähung?

    PS: Schön, dass Du trotz meiner nicht gerade netten Worte sachlich geantwortet hast.
    PPS: Bitte diesen Post nicht als Bewerbung auffassen :)

  7. Dieter Schneider sagt:

    @Peter: Du hast Recht, der Begriff Weg 2.0 schmeckt nach nichts mehr. Widersprechen muss ich Dir, dass sich ein guter Texter auf alle Tonalitäten einstellen kann. Ich habe schon erlebt, wie es einem die Nackenhaare hoch gestellt hat, als er einen Beitrag, bzw. die Kommentare, in einem Blog gelesen hat. Genau dahin zielt meine Frage: Gibt es spezialisierte Web-Texter? – gute und schlechte, affine …

  8. Peter sagt:

    @Dieter
    Klar gibt es spezialisierte Web-Texter: Online-Texter. Weisst Du doch sicherlich. Und dass sich Menschen, egal ob Texter oder Schlosser, manchmal die Nackenhaare hochstellen, wenn sie miese, falsche oder langweilige Blogartikel und -Kommentare lesen, ist doch verständlich. Das sagt aber imho nix über die Qualität des lesenden Texters aus. Einen guten schreibenden Texter kennzeichnet es dass er jeden Bereich entsprechend gut betexten kann. Das unterscheidet ihn schließlich vom nicht so guten textenden Texter :)

  9. Cornelia Wagner sagt:

    Die Kommunikation im Web 2.0 ist von dem geprägt, was das Web 2.0 ausmacht. Authentizität! Und so ist auch die Sprache: locker, authentisch, vielschichtig – näher am “Real Life” als in jedem anderen Medium. Klar, dass man da auch mal etwas “übersprudelt” im Sinne von Ustinov’s “Schreiben ist eine Art von Inkontinenz”. Ich habe das übrigens mal als “Sprech-Durchfall” bezeichnet. :-) Aber so ist das ja auch im richtigen Leben: wenn einem etwas wirklich wichtig ist, dann kann man stundenlang darüber reden. Ob es jemanden interessiert, ist die andere Frage. Aber das kann man ja positiv beeinflussen, indem man den Inhalt durch den richtigen Ausdruck spannend macht. Auch im Web 2.0. Why not?!

  10. Peter sagt:

    @Cornelia
    Hey Cornelia, sounds as if Du bist die perfect Candidate für this Job! Why not!? :)

  11. Cornelia Wagner sagt:

    I hope so!? :-)

  12. Vroni sagt:

    Göttliche Diskussion.

  13. Peter sagt:

    Göttlicher Kommentar.

  14. Kurt Schäfer sagt:

    Göttliche Komödie

  15. Peter sagt:

    dann sind ja jetzt alle glücklich. Und Conny hat nen neuen Job :)

  16. Susanne Hollmann sagt:

    @Alle.
    Da ist es wieder! Das “Ich-mag-das-Thema-nicht-muss-aber-trotzdem-was-dazu-schreiben”-Syndrom. W A R U M ? Was, um Himmels Willen, nötigt einen denn dazu, etwas zu kommentieren, was man für “irrelevant” hält? Ich behaupte mal: Es wäre einem viel zu blöd, Dieter einen Brief als Antwort auf sein “Text 2.0″-Thema zu schicken, wenn man das Ganze eigentlich unwichtig findet. Aber chatten geht immer. Schnell was reingetippt, senden, fertig, weg damit, da hast du´s! Und so potenziert sich der elektronische Datenmüll immer weiter. Dein Thema interessiert mich nicht und das schreib ich dir jetzt. Doch, doch, ich find´s aber trotzdem wichtig! Nee, ich aber nicht. Doch. Nein. Doch. HALLO??? Die latente Forderung von Dieter, doch mal darüber nachzudenken, bevor man auf “Senden” klickt, finde ich gar nicht so schlecht. Es scheint, als provoziere das Web (ob 2.0 oder nicht) geradewegs dazu, inhaltslose verbale Dauer-Ping-Pongs zu betreiben, die man sich in Briefform oder am Telefon nie antun würde. Oder würde hier jemand Dieter gerne anrufen, um ihm persönlich zu sagen, dass er mit seinem Web-2.0.-Thema sowieso nur auf Akquise-Tour ist? Oh, das wär ja fast schon peinlich, oder? Also chatten wir uns lieber gegenseitig die Hucke voll, jeder tippt, was er denkt, bepinkelt sein virtuelles Revier, und Leute wie ich quälen sich dann durch endlose Nee-Doch-Nee-Doch-Dialoge und fühlen sich verdammt gut unterhalten. Zu allem Überfluss – im wahrsten Sinn des Wortes – hat´s mich jetzt auch erwischt und ich tippe mir nen Wolf. Trage mit dazu bei, dass die Wortmüllhalde wächst und wächst. In der Tat: Dieses Medium braucht Texter, nicht Tipper oder Schreiber, die sich selbst im Griff haben, die hoch diszipliniert jedes Wort auf die Goldwaage legen und fokussieren können. Dann entsteht vielleicht doch noch so eine Art Unterhaltungswert oder Informationswert. Bei der Gelegenheit könnte man dann auch gleich mal die allseits beliebte Rubrik “FAQs” auf Websites abschaffen, denn was hier präventiv beantwortet wird, sucht verzweifelt einen realen Fragesteller. Zwei alltägliche Beispiele … Frage an den Bundesnachrichtendienst: „Darf ich Ihre Zentrale besichtigen?“ – Antwort vom Bundesnachrichtendienst: „Leider kann der Bundesnachrichtendienst Ihrem Besichtigungswunsch aus Geheimhaltungsgründen nicht entsprechen.“ … oder … Frage an das Auswärtige Amt: „Kann mir das Auswärtige Amt die Entscheidung, ob ich ins Ausland reisen soll oder nicht, abnehmen?“
    Antwort: „Das Auswärtige Amt unterstützt Sie bei Ihren Reiseplanungen durch seine Sicherheitshinweise. Die Verantwortung für Ihre Entscheidung, ob Sie die Reise antreten wollen, kann es Ihnen nicht abnehmen.“ … Aha.

  17. ramses101 sagt:

    Text 2.0? Und alles von der Ilias bis zum Wickmedinait-Verpackungstext ist demnach Text 1.0? die Entwicklunsstufen in der Texterei sind doch nun wirklich schon etwas zahlreicher, als die des Internet-Dingens. Im Prinzip ist alles, was im Web 2.0 stattfindet, weiter als Stufe 2.

    Deshalb begreife ich auch den ganzen Alarm nicht: “Das Web hat sich eine Stufe weiter entwickelt! Revolution! Revolution!” Hat ja lange genug gedauert.

  18. Kurt Schäfer sagt:

    Ja, aber die Revolution des Web sollte Plattform für Niveau sein und nicht Ersatz dafür. Das ist für mich eines der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts: “Erwirb es, um es zu besitzen”. Die FAZ hat dazu mal ganz zutreffend gesagt: “Es gab noch nie so viel erwerbbares Wissen und gleichzeitig so viele ungebildeten Leute.”. Man könnt manchmal meinen, dass Fortschritte der Kommunikations-Technik zu Rückschritten beim Kommunikations-Inhalt führt. Andererseits: Ich finde es außerordentlich beachtlich und erwähnenswert, dass das Internet Menschen überhaupt wieder zum SChreiben gebracht hat – vor 15 Jahren wurde nach meiner Erinnerung ausschließlich gequatscht. Briefe schreiben war out und Internet gab’s nicht. – Wir brauchen eine Generation, die zum Herren und nicht zum Sklaven der modernen Kommunikationsformen wird. Und so wird’s auch irgendwann kommen – man ist ja Optimist.

  19. Peter sagt:

    @Susanne
    wenigstens ist ein vorteil von kommentaren, dass man meistens nicht viel lesen muss, weil der kommentator sich kurz hält und die dinge auf den punkt bringt. na ja, meistens …

  20. Susanne Hollmann sagt:

    @Peter
    Im Lexikon steht, ein Kommentar ist die persönliche und kritische Stellungnahme zu aktuellen Ereignissen. Über die optimale Länge steht nichts drin. Aber ich freue mich immer über Feedback.

  21. Regine sagt:

    Auch ich erlaube mir eine Empfehlungen für “die Freunde des gepflegeten Wortes”: Tippfehler korrigieren.

    Mit bestem Gruße – Regine

  22. Dieter Schneider sagt:

    @Regine: Danke für den Hinweis. Ist korrigiert.

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