Im user generated content treffe ich immer öfter auf den Begriff “Kollaboration” in all seinen Formen. Zum Beispiel hier, hier und hier. Wohl wissend, dass dieser Begriff, neutral betrachtet, nichts anderes als Zusammenarbeit bedeutet, stößt er mir beim Lesen bitter auf. Die Google-Abfrage nach “Kollaborateur” deckt die Ursache für den Nachgeschmack auf. Überspringt man dort den Wikipedia – Eintrag findet sich der Begriff auf den folgenden Seiten in seiner negativen Bedeutung wieder: “Die Zusammenarbeit mit dem Feind”. Ich möchte die jüngere Vergangenheit des Tatbestandes Begriffes, “Kollaboration” nicht dramatisieren – einfach darüber hinweg gehen, so als wäre nichts gewesen, will ich allerdings auch nicht. Ich frage mich also, warum ausgerechnet an dieser Stelle der Deutschen Sprache auf den Anglizismus verzichtet wird?
Liebe Kollaborateure!? (1)
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ich kann das Unbehagen verstehen. Als ich von Deutschland nach Österreich zog, hat es mich anfangs auch “gerissen”, wenn der Begriff des Kollaborateurs verwendet wurde. Nachdem ich viel im EU-Bereich zu tun habe und dort der Begriff völlig selbstverständlich verwendet wird, habe ich mich daran gewöhnt.
Grundsätzlich liegt die Verwendung solcher Begriffe an der schwindenden Sensibilität im Umgang mit Sprache. Nur so ist es zu verstehen, dass man sagt, etwas sei “getürkt” worden. Spricht man jemanden darauf an, erntet man nur ungläubiges Staunen bzw. Verärgerung.
Bleiben also zwei Möglichkeiten: Entweder man akzeptiert bestimmte Entwicklungen oder man klärt auf und wehrt sich gegen die Verwendung von Begriffen, die eindeutig negativ belegt sind. Obwohl, was heißt eindeutig negativ belegt…