
So drückte es Herbert Wehner, einer der letzten Vollblutpolitiker mit Herz (Position des Organs ist ganz klar links) und Leidenschaft, einst bei einer Bundestagsdebatte so wundervoll schlagfertig aus. Und ich finde keine Aussage ist derzeit passender als die von Wehner, wenn wir uns die Media Markt Mimosenhaftigkeit, die Spiegel Online gestern in einem Artikel beschrieben hat, betrachten.
Wer derzeit die gröbsten Werbeklötze in Deutschland baut, dürfte im Handel unbestritten der rote Medienriese sein. Mal derb, mal deftig und stets an den Grenzen des guten Geschmacks. Schweinebauch – gut abgehangen. Doch wenn dieselbige Werbesau nun einmal sati(e)risch durchs Dorf getrieben wird, fängt der Gockel auf dem heimischen Misthaufen plötzlich das krähen an. Zwischen eingeschnappt und juristisch aggressiv ist der Stimmungspegel des Handelskonzerns permanent eingerastet. Als Marke also beständig die Grenzen des guten Geschmacks im Massenmedium TV überdehnen, aber dann die Nase rümpfen und mit Ausräucherung drohen, wenn dieselbige plötzlich selbst im minimalen digitalen Fokus steht und angeblich beschädigt word. Klauende Polen im TV-Spot sind im Dienst der Marke okay – Verunglimpfungen der Werbeikonen Schwein und Steinhövel auf Webseiten juristisch hart belangbar.
Wer in den Wald hinheinbrüllt, muss auch mit dem eigenen Hörschaden rechnen. Aber wer weiß, vielleicht ist die große Empörung auch nur inszeniert und die fettige PR-Suppe wird schön lange am köcheln gehalten. Dann hoffen wir mal, dass die Kunden nicht das Gedächtnis von Elefanten, sondern das von Säuen haben. Google, Blogs und das Web haben jedenfalls ein äußerst elefantöses Gedächtnis, vielleicht rührt daher auch der zwanghafte Drang zum klagen?!


…. seh ich genauso.
Penetranter und dümmer kann Werbung garnicht mehr werden.
Ich frage mich wie die sich selbst in Zukunft noch toppen wollen …
Voll Blöd!