
Die Session wurde von Nicole Simon eingeleitet und sollte die Frage erörtern, ob Second Life ein sinnloser Hype oder tatsächlich ein zukunftsträchtiges Medium ist. Tim Keil und ich waren natürlich die Vertreter aus dem Marketing und beteiligten uns entsprechend aktiv an der Diskussion.
Vielleicht entstand hier in letzter Zeit ein wenig der Eindruck, als ob wir Second Life als potenzielles Kommunikationsinstrument für Unternehmen besonders pushen möchten, das ist jedoch ganz und gar nicht so. Ja klar, wir setzen uns mit Second Life intensiv auseinander, unsere Präsenz in der virtuellen Welt dient jedoch als reine Experimentierplattform. Wir behaupten sicherlich nicht, dass wir die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, aber wenn uns Kunden und Unternehmen darauf ansprechen, möchten wir schon auch aus eigener Erfahrung über Second Life reden können. Wer weiß, vielleicht hat sich das Thema in einigen Monaten erledigt. Mag sein, dann haben wir eben unser Lehrgeld bezahlt. Aber wir können uns wenigstens nicht vorwerfen lassen, dass wir uns im Zuge von neuen Entwicklungen in den Medien nicht auch damit beschäftigt haben. Klar ist das auch ein Stück weit PR, wir möchten eben auch demonstrieren, dass wir uns mit gewissen Trends auseinandersetzen.
Doch zurück zur Barcamp-Session. Die Vorteile von Unternehmen für einen Markenauftritt in Second Life sind derzeit – ich betone derzeit – nicht von der Hand zu weisen, nämlich wenn es primär um Aufmerksamkeit geht. Ein Geschäftsmodell ist meiner Ansicht nach noch nicht vorhanden. Es geht hierbei um Image, Nischenimage wohlgemerkt, das aber im Laufe der Zeit durchaus Früchte tragen könnte, vorausgesetzt man bietet den Nutzern (wie auch im Medium Internet) einen sichtbaren Mehrwert. Der Adidas-Store in Second Life staubt ja eigentlich vor sich hin. Eine große Pressemeldung und viele Blogeinträge und das wars aber auch schon. Interaktion findet da nicht statt und auch das Thema Branding fällt unter den Tisch, denn den Laden muss man erstmal auf der riesigen virtuellen Welt finden. Trotzdem bleibe ich dabei: Kontakte mit der Marke werden innerhalb von Second Life als extrem intensiv empfunden. Ganz einfach aus dem Grund, da der uns antrainierte Werbefilter in dieser Welt nicht richtig greift. Wir werden praktisch zum intensiven wahrnehmen verleitet. Noch! Je mehr Werbebotschaften einziehen, desto schneller und effektiver wird dieser Werbefilter natürlich wieder entwickelt. Daher plädiere ich auch dafür möglichst vernünftig mit Second Life umzugehen.
Ein weiterer Vorteil ist sicherlich der kreative Freiraum innerhalb der virtuellen Welt. Endlich können Menschen sich kreativ auslassen. Man kann Dinge und Events realisieren, die im realen Leben einfach nicht so einfach umzusetzen sind. Hierbei sind also ausgefallene Konzepte und intensives Marketing innerhalb von Second Life gefragt, denn ganz von alleine werden die Avatare nicht auf einen bestimmten Markenauftritt treffen. Schließlich bietet Second Life auch noch Vorteile für ganz bestimmte Branchensegmente wie die Touristik. Dort machen 1:1 Abbildungen der Realität wieder Sinn. Beispielsweise gibt es wohl derzeit ein laufendes Projekt, den Louvre nachzubauen. Das ersetzt ganz gewiss nicht die echten Erlebnisse die man im Pariser Louvre sammeln kann, dennoch ermöglicht es einen ersten Eindruck des gigantischen Museums. Es kann einen eben auf den Geschmack bringen. Genau das ist eine der Aufgaben von Werbung.
Natürlich gibt es auch etliche Argumente, die gegen Second Life sprechen. Auch diese wurden ausführlich in der Runde diskutiert. Ja, Second Life erfährt gerade einen unglaublichen PR-Hype. Es scheint fast so, als wäre die virtuelle Wirtschaft der erlösende Lichtblick einer gebeutelten Real-Life-Economy. Unternehmen stürzen sich förmlich auf dieses neue Medium, ohne überhaupt zu wissen was sie darin erwartet. Denn die virtuelle Welt bietet genau wie die reale Welt jede Menge Schmutz, Unseriösität und böse Absichten. Dazu kommt noch eine derzeit unglaublich große technische Barriere, die vielleicht mit der Modemkultur des Internets zu vergleichen ist.
Als Neuling verliert man sich ziemlich schnell in dieser gigantischen Welt und der Einstieg ist nicht gerade Massenkompatibel und so liegen etliche Accounts (täglich kommen derzeit 20.000 dazu) einfach brach. Die technischen Grenzen können einem auch ganz schnell den Auftritt eines Unternehmens vermiesen. Man stelle sich vor, gerade einmal 50 Leute können sich auf einer Unternehmenspräsenz gleichzeitig tummeln, es sei denn man schließt die IT-Ressourcen mehrerer Sims (Inseln) kurzfristig zusammen. Also irgendwleche Massenevents zu planen ist im Moment einfach nicht drin und damit auf den ersten blick für Unternehmen, die sonst auf Masse schielen, völlig uninteressant.
Überhaupt, was geschieht in der Zukunft? Das Thema hieß ja “Quo vadis Second Life?”. Was ist mit der rechtlichen Ordnung in der virtuellen Welt? Wer darf bestimmen und muss man am Ende noch eine Umsatzsteuer einführen und was macht Linden Lab in Zukunft, wenn ihnen Strom und Speicherplatz ausgehen? Wird Google sich gar der Sache annehmen und kurzerhand mit einem Adsenseähnlichen Modell die friedlichen Einwohner mit Werbung bombardieren und damit wieder zu der werbefreien Konkurrenz verscheuchen? Sicherlich einige Überlegungen, die sich ein Unternehmen erst machen sollte, bevor es eine nicht unverhältnismäßig große Menge Geld in eine Second Life Präsenz steckt. Ich will damit nicht sagen, dass Unternehmensauftritte generell Unsinn sind, sie sollten jedoch wirklich gut durchdacht und überlegt sein.
Wir als Agentur möchten jedenfalls mit unserer Präsenz testen, wohin die Reise gehen kann. Wir wollen keinen geleckten Agenturauftritt, der als leeres Gebäude in der Gegend rumklafft und nur vor sich hinrepräsentiert. Wir möchten ausprobieren, experimentieren und vielleicht auch die virtuelle Agentur als Showroom für unsere Kunden anbieten, denn ein 3D-Messestand lässt sich in Second Life nun mal sehr viel schöner begutachten als auf einem zweidimensionalen Bild. Es geht um Leraning-by-doing. Das Auprobieren neuer Tools. Wir möchten intensiv testen, bevor wir es – wenn überhaupt – an irgendwelche Marken und Unternehmen weiterempfehlen.
Daher war diese Session für mich eine der wichtigsten. Zumal der Austausch sehr kontrovers, sachlich aber dennoch mit einer guten Portion Enthusiasmus geführt wurde. Ja ich bin sehr enthusiastisch. Aber ich persönlich brauche die echte Erfahrung um am Ende sagen zu können: Das geht … das geht so … oder das geht so gar nicht.

hallo
ich hätte mal ne frage ich würde gerne das spiel secondlife auf meinem pc spielen vieleicht kennt ihr es ja !?
auf jednefall muss man sich dafür nen program runterladen und insterlieren bis hir hin gehts auch .. aber wenn man es starten will kommt da immer das irgent was mit meiner hardwer oder dem treiber sei(ich hab windowsXP) … aber ich hab extra mal nach geguckt die anforderungen für das spiel erfühlt mein pc! könnte ihr mir vieleicht helfen und mir erklären wie ich das spiel zum laufen bekomme?
ich bin so heis dadrauf das zu spiel soll wohl sehr gut sein war jetzt auch in lätzter zeit öffter mal im tv
bin für antwort dankbar!
Bitte wende dich direkt an den Hersteller http://secondlife.com , wir können dir leider nicht weiterhelfen. Danke!
Hallo Herr Breitenbach,
ich setze mich seit den letzten Wochen intensiv mit dem Thema “Markenführung und Marketing in SL” auseinander. Ich wollte mich einfach mal kurz bei Ihnen für die vielen interessanten Ausführungen zu diesem Thema bedanken. Diese haben mir sehr geholfen, zu diesem Thema eigene Gedanken und Meinungen zu bilden. Ich freue mich schon auf weitere Einträge in diesem Blog.
Mit besten Grüßen