
Soeben im Medialine Wissensforum entdeckt: Bild-T-Online hat heute das Geheimnis um ihre virtuelle Zeitung in Second Life gelüftet. Das gemeinsame Projekt des Axel Springer Verlages, Pixelpark, CScout und Aimee Weber ist gerade im Aufbauendspurt. Layout und Titel des virtuellen Tabloids (natürlich englischsprachig) steht schon fest: The AvaStar. Die Tatsache, dass der Axel Springer Verlag sehr breit über den Einstieg in Second Life berichtet dürfte der virtuellen Welt einen enormen Popularitätsschub in Deutschland schenken.
Viele sehen darin sicherlich den endgültigen Untergang des Abendlandes. Aber seien wir doch mal ehrlich, die Nachfrage scheint vorhanden zu sein. Ob jedoch auch tatsächlich Boulevardmeldungen in der virtuellen Welt Second Life Aufmerksamkeit erregt, wird sich erst noch zeigen müssen.

Ihr werdet dort unter Euch sein in den mit Spam, Werbung, PR und virtuellen News zugeballerten Welten und ihr könnte Euch dort gegenseitig Nike-Pixel-Schühchen verkaufen und mit Ringen unter den Quadrat-Bildschirm-Augen reich werden, während ich am schönen Ostsee-Strand den Sonnenuntergang in Real-3D genießen werde.
Ich find es interessant, dass es immer entweder nur das eine oder eben das andere Extrem geben kann. Dabei schließen sich die beiden Dinge doch nicht unbedingt gegenseitig aus, oder?
Kleine bösartige Frage am Rand: Kann man am Ostseestrand auch die Sonne auf Mausklick anknipsen? ;-)
Soll das etwa ein Mehrwert sein, wenn man das könnte (anknipsen)?
Natürlich schliesst sich das nicht aus. Aber dieses VR ist nichts anderes als ein Hype, der nur deswegen interessant ist, weil er neu ist. Danach kommt nur gähnende Langeweile.
Ein Phänomen, dass man überigens zur Zeit bei der Download-Musik auch beobachten kann. War ja auch mal das Riesengeschäft. So wie ich vor kurzem gelesen habe, verkauft iTunes nur noch etwa 3000 Musiktitel im Monant (a 1,99 Euro?). Jetzt ist der Neuheitseffekt weg und das Geschäft geht ein. Würde sagen, das geht mit SL genauso, nur dass dort der Lifecicle gerade beginnt.
Aber ich will nicht unkonstruktiv sein. Ich fände es ja mal spannend, wenn sich die PR- und Marketingbranche mit solchen Immobilienmodellen befassen würde. Genossenschaftliches Wohnen halte ich für ein wirklich langfristig zukunftsträchtiges Modell statt des Immobiliengeschäfts, das eine Frau ChingWu (oder wie die heisst) mit ihren 20 Arbeitsplätzen in einer chinesischen Wirtschaftssonderzone mit ihren virtuellen Immobilien betreibt.
Sorry, kann sein, dass iTunes nur 3000 Titel am Tag verkauft (nicht pro Monat). Ist aber immer noch wenig für so ein globales Geschäft. Leider hab ich den Link nicht mehr.
Musik-Download hat sich als zusätliches Geschäftsmodell etabliert – das steht unverrückbar fest. Über das Maß, d.h. den Gesamtmarkt, die Anbieter die Preisfindung läßt sich streiten. Die Frage, ob sich SL als Geschäftsmodell etabliert, wäre daher zunächst grundsätzlich zu beantworten. Über das Maß kann man spekulieren. Meine Meinung ist, dass SL sich als “Second Market” und Geschäftsmodell etablieren wird!