Das Spiel mit den Instinkten: Viral Marketing

admin am 8.11.2006

Vielleicht am besten zuerst einmal einen viralen Clip anschauen. Dieser hier ist ziemlich aktuell und ziemlich typisch für sein “Genre”:

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Was ist Viral Marketing?
Im Zeitalter des Web 2.0, also in einer Zeit in
der man ohne große Probleme Audio- und Videodateien (also extrem große Datenmengen) sehr einfach versenden oder konsumieren kann, wurde das Viral Marketing bekannt und richtig groß. Das Urprinzip kennen wir alle vielleicht noch von den guten alten Kettenbriefen. Schick ihn an 5 Freunde weiter und dir und deiner Familie wird nichts schlimmes zustoßen. Zwar etwas terrorartig, aber sehr oft funktionierte das einfache Prinzip. Hierbei war Angst der Trigger, also eine Auslöser-Botschaft, die einen gemeinsamen Instinkt des Menschen anspricht.

Was passiert bei dem Beispielvideo? Hier sind die Trigger ganz klar Sex, Angst, Schadenfreude und Überraschungsmoment. Es beginnt mit anzüglichen Dialogen, der Angst im Nacken erwischt zu werden und schließlich der Überraschungsmoment mit der riesigen Schadenfreude zum Finale. Niemand hat mit dem Ende gerechnet, die Pointe ist das A & O einer viralen Botschaft, sie verleiht die entsprechende Würze. Schließlich merkt man sich Witze auch nur, wenn die Pointe stimmt. Übrigens sollten virale Spots auch immer authentisch wirken, erst dann können wir uns richtig in sie hineinversetzen.

Ein viraler Clip ist umso erfolgreicher je mehr Instinkte er im Menschen anspricht. Er muss es schaffen so gut zu sein, dass man sich dazu aufrafft ihn weiterzuversenden. Das Web 2.0 dient dabei als idealer Nährboden, denn durch die enge Vernetzung und die Integration von großen Videoportalen wie Youtube oder Sevenload ist es möglich diese Clips auch per Blog zu verbreiten. Vehikel Nummer 1 ist und bleibt natürlich die gute alte E-Mail. Die Verbreitung in Blogs oder Portalen wird aber zunehmen und bietet wesentlich schnelleres streuen. Weiterer Vorteil der Communityvernetzung ist auch eine Sondierung der einzelnen Interessen. Somit können in Zukunft auch virale Clips produziert werden, die sich nicht nur auf Masse konzentrieren sondern vielmehr als Insiderbotschaften in gewissen Communities verbreitet werden.

Die große Gefahren von Viral Clips liegen ganz klar in der Unkontrollierbarkeit und dem Abtauchen der Marke. Ein Clip kann noch so toll sein und wie wild verbreitet werden, wenn die darin implementierte Marke nicht zur Geltung kommt, bringt es am Ende nichts. Beispiel Moorhuhn. Dann haben wir lediglich einen unterhaltsamen Clip oder anderen Inhalt, der aber keine Rückschlüsse auf den Urheber zulässt. Die Kunst ist also zum einen eine tolle Geschichte zu erzählen und diese gleichzeitig mit einer Marke oder einem Produkt zu verankern. Nicht gerade einfach aber auch nicht unlösbar.

Machen wir doch die Probe aufs Exempel: Hat sich die Marke im obigen Spot verankert? War es ersichtlich für was geworben wurde?


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9 Kommentare zu “Das Spiel mit den Instinkten: Viral Marketing”

  • Dieter Schneider am 8. November 2006 um 16:34 Uhr

    Zum nachhaltigen verankern braucht es noch etwas mehr. Aber die Idee des Spots wirkt mit hoher Produktrelevanz. Klasse gemacht!

  • Vroni am 8. November 2006 um 23:32 Uhr

    [fiese Weiwa!]

    Produktrelevanz. Äh, um welches Produkt… ging es? Screen-Reiniger, Baileys, Hen-Party, Kaugummi, Pudellockenkamm, Hundehalsband… ratlos.

  • Vroni am 8. November 2006 um 23:36 Uhr

    Ähm, logitechquicquabbam…? Isn das für neumodische Woa. Der Reschischör…? :-) [mich blödstell]

  • Sympatexter am 9. November 2006 um 13:20 Uhr

    Zum Thema Unkontrollierbarkeit: Wie willst du die Wirkung z.B. von TV-Spots kontrollieren? Die werden weggezappt und nicht wahrgenommen. Dass sie im Fernsehen bedeuten ja noch lange keine Wirkung.
    Gerade im Bereich Virusmarketing kann Unkontrollierbarkeit DIE große Stärke sein, und Leute und ein Ausmaß erreichen, mit dem nicht gerechnet wurde. Kommt immer darauf an, wie Unternehmen Virusmarketing sehen: Gefahr oder Chance?

  • Dieter Schneider am 9. November 2006 um 15:37 Uhr

    @Sympatexter. Wie du Werbewirkung messen willst (kannst) steht in vielen Büchern, sagen Dir noch mehr Institute und Medien. Selbst, wenn man heute nicht immer 100% der Wirkung abbilden kann, so doch den wesentlichen Teil. Frei nach Franz-Josef Strauß: “Lieber ein bischen richtig, als ganz falsch!” Werbung ist grundsätzlich kein Glückspiel! Dafür ist der Einsatz zu hoch.

  • Sympatexter am 10. November 2006 um 11:37 Uhr

    Gerade _weil_ ich mich intensiv mit dem Thema Werbewirkung auseinandergesetzt habe, stehe ich dem Ganzen mittlerweile skeptisch gegenüber. Theoretisch sieht das alles sehr beeindruckend aus, aber in der Praxis scheitern die Modelle sehr oft.

    Ein Beispiel: Zeitungen, die meinen Briefkasten vollmüllen (weil ich immer wieder vergesse, den “bitte keine Werbung”-Kleber anzubringen) und sich durch Werbung finanzieren, zählen mich in ihre Reichweite mit rein. Und das, obwohl ich die Zeitung ungesehen wegwerfe.

    Das sieht in den neuen Medien, und gerade bei Virusmarketing, ganz anders aus.

    “Werbung ist grundsätzlich kein Glückspiel! Dafür ist der Einsatz zu hoch.”

    Nur wer wagt, gewinnt ;-)

  • Felix am 28. November 2006 um 17:18 Uhr

    Hallo,

    ich beschäftige im Rahmen meiner Diplomarbeit mit Viral Marketing. Vielmehr eigentlich mit Viral Werbung, denn die meisten Maßnahmen im Netz sind meines Erachtens viel mehr reine (Viral) Werbung, denn wirklich ganzheitliches Marketing.

    Ich frage mich, welche Trigger existieren. Im obigen Clip wurden Sex, Angst, Schadenfreude und Überraschungsmoment als Trigger verwendet, aber welche Trigger können außerdem genutzt werden?

    Über Infos wäre ich sehr dankbar :-)

  • Virales Marketing – Was ist das? « meerschweinchenreport.de am 4. Januar 2008 um 18:56 Uhr

    [...] Weblogs (klitzekleine Auswahl): Eine weiterer Verbreitungsweg ist via Weblogs. Einige von ihnen setzen sich ausschließlich mit viralem Marketing auseinander. Wie z.B. dieses Blog, das allerdings nur unzureichend gepflegt wird. Oder die nachfolgend gelisteten Blogs, die ich während eines groben Streifzug durchs Netz besuchte. Sie alle beschäftigen sich mehr oder weniger mit Werbung, viralem und weniger viralem Marketing: Bjoern Ognibeni, Bernd Röthlingshöfer, Werbeblogger, PR Blogger, COMPANICE, Werbewunderland, agenturblog, Guerilla-Marketing Blog, marketing.blog.biz, AdLand, Adrants, Adbusters, Die interessanteste Website aller Zeiten, MarketingVox, Netzkobold, ConsumerEmpowerment, Das E-Business Weblog, Guerillha Brasil, Meinungsmacherblog, Visualorgasmusblog, Agenda Pop, Nico Zorn, Adfreak, Best Ads on TV, Blindtext-Blog, Coloribus, I Have An Idea, Ideenverteiler, Joey Tomatoes, Mark Fenske, MIT Advertising Lab, Room 116, W+K London Weblog, Werbewund, BlissBlog, Blog in Space, Brain Wash, Brainstorm 9, Conceptbakery Blog, Connected Marketing, Culture Buzz Fr., e-Mail Marketing Blog, gandke internet marketing blog, vm-people, viralmarketing.de, viralmarketingbuch.de, trnd.blog, Basic Thinking, KoljaHebenstreit, B2B Online-Marketing Blog, interview-blog, soistdas, marktpraxis_blog, buenalog, Viral-Marketing_Masterarbeit-Weblog, off-the-record, Bewegungsmelder, unf-unf.de. [...]

  • neolit am 21. September 2008 um 19:47 Uhr

    Interessant zum Virales Marketing:

    “Erst inspirieren, dann spielen”

    Frank Magdans 19.07.2008
    Die Macher des Internetpuzzles Aladygma über Indie-Games, Netzkunst und Virales Marketing
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28298/1.html


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