Ja, liebe Blogger und Digifreaks, ich lese noch Zeitung und Fachzeitschriften! Wochenende, Füße hoch, Tasse Kaffee und in bedrucktem Papier schmökern – ich liebe das. Leider kann ich nur die Spitze des Papierberges, der sich innerhalb einer Woche staut, lesen. Und das nur sehr selektiv. Der Rest fliegt in die Tonne. Wo ja fast 98% aller Informationen landen sollen, wenn ich als Student Kroeber-Riel richtig verstanden habe (ist aber schon 25 Jahre her!). Folgender Lesestoff hat gewirkt. Der macht sich auch gut im Web 2.0. Voilà
Wie die Zeit vergeht!
„… Die unaufhaltsame Internetwelle erfasst alle Branchen. Die Musikindustrie ist ein solches Beispiel. Noch vor vier Jahren hat der Online-Shop „i-Tunes“ der Firma Apple nicht einmal existiert. Bis heute wurde dort aber bereits mehr als eine Milliarde Songtitel verkauft….“
Der größte Markt liegt nicht in China!
„… Schließlich verfügt gegenwärtig eine Milliarde Menschen über eine Online-Verbindung. Das Internet ist damit der größte Markt aller Zeiten….“ Nikes Arosa, Vice President European Operations Google im Handelsblatt Gastkommentar Nr. 203, vom 20.-22.10.06, S. 8,
The Fall of Advertising & the Rise of PR:
„… Durch die vielen Rechtsstreitigkeiten entstand ein großer PR-Effekt“, so der Firmenchef, der Versandapotheke Doc Morris Ralf Däninghaus … Klassische Werbung setzt Doc Morris bislang nicht ein…“ In Bestseller, Magazin für Macher im Marketing, 5/2006, S. 33
Werber, hört die Signale! Der Fall Doc Morris wäre ein weiteres Kapitel für Al Ries in seinem Buch „The Fall of Advertising & the Rise of PR“. Darin behauptete der Autor, dass eine Marke nur durch PR effizient aufgebaut werden kann.
Das liest man dann wieder gerne!
„Werbebranche rechnet mit weiterem Wachstum. Umsatz soll um vier Prozent steigen….Die Renditen wachsen deutlich langsamer als die Umsätze. Nach wie vor hat das Controlling in den Unternehmen einen hohen Einfluss auf die Werbebudgets… Positive Werbesignale kommen vor allem aus den Branchen Pharma und Gesundheit, Banken und Finanzdienstleistern und Autoindustrie.“
Aktuelle Mitgliederbefragung des GWA
„Wann wurde Ihnen das letzte Mal…
…das Geld lustvoll aus der Tasche gezogen? Wann wurden Sie das letzte Mal positiv und angenehm überrascht? Wann hatte Sie das letzte Mal den Eindruck, mehr zu bekommen, als zu zahlen?“
fragt Klaus-Dieter Koch im marketingjournal Nr. 10 Ausgabe 10/06, S. 18 ff. „Lernen Sie wieder Ihre Kunden zu verführen“, fordert er und behauptet, dass wir ein kein „Service- und Leistungsdefizit“ haben, sondern ein „Verführungsdefizit“. Dass der Name Domitzlaff in dem Zusammenhang freut mich. Von ihm können wir heute noch viel lernen! Meine Frage: Womit will eigentlich ein User im Web 2.0 reizvoll verführt werden?
Verwirrung um Kundenkarten
In einer im Mai dieses Jahres veröffentlichten Studie der Commerzbank („Customer Loyalty Cards“) werden die Kundenkarten á la Payback verissen. Sie lohnen sich weder für den Verbraucher noch für das ausgebende Unternehmen, so die These. Weiter heißt es: Prämien seien unnütz, Punktesammeln sinnlos und die Karte selbst ein Kostentreiber! Die Studien-Herausgeber räumten allerdings kurz nach Veröffentlichung ein, dass die Zahlen der einzelnen Programme auf Vermutungen beruhen. Prof. Dr. Herrmann Diller von der Uni Nürnberg wird dazu wie folgt zitiert: „Die Studie ist eine reine Durchschnittsbetrachtung, die nur vom Durchschnittskunden ausgeht. Das zeugt von absoluter Ignoranz. Die Autoren haben keine Ahnung, wie der Handel funktioniert!“
In Direkt Marketing, Magazin für kundenorientierte Kommunikation, 10/2006 Report
Wie gut war die Wirtschaftspolitik wirklich?
„… Deutschland erlebt zurzeit, dass eine Politik der Angebotsorierntierung Früchte trägt.“ „… Sind wir also mutig und sagen in aller Deutlichkeit: Die Mühen der Vorjahre haben sich gelohnt. Der wirtschaftspolitische Kurs war prinzipiell richtig. Doch wie tief wirkt der Aufschwung? Und was heißt all dies für die künftige Entwicklung? Schöpfen wir die Potenziale wirklich aus, die uns die Weltwirtschaft zur Verfügung stellt? …“ „… Zwar expandieren die Investitionen der Unternehmen kräftig, doch von einem Investitionsboom sind wir weit entfernt….“ Michael Hüter, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft im Handelsblatt Gastkommentar, Nr. 203 v. 20.-22.10.06, S. 8
In Berlin heißt es „The Show must go on!“
Berlin hat 60 Milliarden Schulden, Die Einnahmen reichen nicht aus, um die Zinsen zu zahlen. Aus dem Finanzausgleich der Länder erhielt Berlin in 2005 2,4 Milliarden Euro. Bayern zahlte 2,2 Milliarden.
Handelsblatt, v. 20.-22.10.06 Titelthema
Mein Kommentar: Die Berliner Senatspolitiker müssen das Geld mit vollen Händen ausgegeben haben. Das Fazit des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit lautet: „Arm aber sexy!“ – Die Party scheint weiterzugehen, und das ist gut so!
Und zum Schluß:“Happy Birthday iPod!“
Am 23.10.2001 stellt Steve Jobs Apple-Player als „heißeste Geschenk der Saison“ vor. Mittlerweile soll Apple 67,6 Millionen iPods verkauft haben.
(DPA-Meldung, 21.10.06)

