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Buena la Vista entwickelt Nichts … (12)

Die Kunst, den zu gestaltenden Raum zu beherrschen, ist eine kreative Herausforderung, der wir uns jetzt gestellt haben. Auf dem Weg zur Entwicklung eines komplett neuen eigenen Markenauftritts „verpacken“ wir unser Corporate Design einige Monate komplett in Weiß, um dann Anfang des neuen Jahres das neue Erscheinungsbild zu „enthüllen“. Das Außergewöhnliche daran: die Öffentlichkeit kann per Weblog beim „Relaunch“ der Agentur live dabei sein.

Unser erklärtes Ziel ist die Kreation einer erlebbaren Marke, mit der Kraft Inhalte der Unternehmenspositionierung zu transportieren. Dabei verzichten wir bewusst bis Ende des Jahres auf alle Gestaltungselemente des bestehenden Corporate Designs. Vom Internetauftritt bis hin zur Geschäftsausstattung wird alles in Weiß gehalten sein. Mit dieser gewagten Idee hinterfragen wir uns selbst und zeigen damit den Mut, offen für Ideen zu sein, um uns selbst neu zu definieren.

Wir verlangen oft von unseren Auftraggebern die unerschütterliche Bereitschaft unseren Konzepten kompromisslos zu folgen. Bewundernswert sind Unternehmen, die diesen Schritt gehen und die Chance erkennen, sich in ihrer Außenwahrnehmung und Positionierung weiterzuentwickeln. Viele Berater sprechen von Veränderungen und Neuausrichtungen – wir machen es jetzt einfach vor. Gerade in der heutigen, sich schnell verändernden Zeit, sind auch wir gefordert über uns nachzudenken, unsere Unternehmenspositionierung klar zu kommunizieren und durch eine funktionale Gestaltung zu belegen.

Wie sich „ohne“ Gestaltung ein Erscheinungsbild entwickelt, erproben wir nun im Selbstversuch. Diese Vorgehensweise ist bislang nicht nur im Agenturumfeld einzigartig.

Oft werden wir als unbequem empfunden, weil wir existierende Strukturen und Prozesse in Frage stellen, um den Kern des Unternehmens zu verstehen. Genau diesen Prozess werden wir beispielhaft an uns selbst darstellen. Jeder kann über unsere Website und das Blog (Buenalog.de) hier erfahren, was uns zu diesem Entschluss bewegt hat und wie wir vorgehen werden. Das neue Erscheinungsbild ist bereits in der Entwicklung und wird von unserem erfahrenen Strategie-Berater unter Verschluss gehalten. Mit seiner Idee des bewussten Verzichts auf ein Erscheinungsbild und damit auf eine bestehende Identität, hat er es dennoch geschafft, eine konsequente Gestaltung zu entwickeln. Genau das ist auch der Hintergrund und unsere Botschaft. Um Inhalte verständlich und transparent kommunizieren zu können, erfordert es die Beherrschung des zu gestaltenden Raumes, aber auch eine überzeugende Strategie als Grundlage.

Wie es weitergeht und wer die Köpfe im Hintergrund sind, verraten wir in den nächsten Monaten. Wir wollen Kommunikation greifbar machen und stellen uns der offenen Diskussion um dieses Thema. Wir haben „Nichts“ gestaltet, um kompromisslos und konsequent an unserer neuen Identität zu arbeiten. Mit unserer eigenen Revolution demonstrieren wir den Mut, den wir von unseren Auftraggebern einfordern, um zusammen erfolgreiche Konzepte zu realisieren. Natürlich wissen wir, dass globale Konzerne einen solchen kompletten Umsturz ihres Markenauftritts nicht durchführen könnten. Wir aber haben die Möglichkeit zum Selbstversuch. Wir sehen es als Experiment an, uns selbst zu hinterfragen und daraus eine optimale kreative Kraft zu entwickeln. Das Ergebnis werden wir dann als Erfahrungsbericht veröffentlichen.

Die Kreation von „Nichts“ lässt viel Raum für Spekulationen. Jeder ist eingeladen, den Prozess zu verfolgen und zu sehen, welches Ergebnis er bringen wird.


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12 Kommentare

  1. [...] Als verantwortlicher Gestalter für das White Label Design möchte ich gerne zu den aktuellen Diskussionen beitragen. [...]

  2. [...] Was wir an dem Beitrag von Agendapop (darin erfährt man auch mehr zu den oben verwendeten Bildern) lernen können, ist die unglaubliche Wirkung von Reduktion, dass “leise” eben nicht gleich “nicht wahrnehmungswürdig” bedeutet. Wir müssen nicht jede kleine Fläche mit Information zupflastern. Wir sollten den Dingen auch mal Raum geben, um sich richtig entfalten zu können. So haben wir es ja mit unserem White-Label beabsichtigt. Raum schaffen für neue Ideen und gleichzeitig dadurch hervorstechen. [...]

  3. Patrick Breitenbach sagt:

    Alle großartigen Ideen beginnen mit einem weißen Blatt Papier. Wir als Agentur bestreiten da einen mutigen aber dennoch eindrucksvollen und konsequenten Weg. Ich bin sehr gespannt auf die Diskussion hier zu diesem Thema.

  4. Oliver Wagner sagt:

    Dann allerherzlichstes Willkommen mit dem Buenalog und dieser transparenten Idee in der Blogosphäre. Ich harre gespannt der Dinge die da kommen mögen!

    Sehr schöne Linkliste übrigens ;-)

  5. Justus sagt:

    Ist ja eine nette Idee, trotzdem verbietet euch keiner eine bessere Typo zu benutzen…

  6. Tim Neugebauer sagt:

    Ich finde die Idee wirklich klasse, zumal unsere (kleine) Agentur vor einiger ähnlichen Problematik steht. Unsere neue CI ist zwar teilweise fertig, nur reicht im Tagesgeschäft einfach die Zeit nicht aus alles in der gewünschten Qualität komplett fertig zu stellen. Hinzu kommt, dass man den täglichen Einflüssen manchmal erliegt und das eigene Optimum nur sehr schwer findet.

    Den gewählten Ansatz sehe ich als eine spannende und wirklich gut durchdachte Idee. Einerseits was die Markenbekanntheit angeht, andererseits auch was die spätere Umsetzung des Ganzen betrifft.

    Nur eine Idde: Richtig konsequent wäre wohl gewesen tatsächlich ganz ohne Stylesheet zu arbeiten und nur die pure Textversion ins Netz zu stellen. (Aber da bin ich mir auch der “Gefahren” bewusst.)

    Viel erfolg – Tim.

  7. Thies Thiessen sagt:

    weiß / weiß nicht. Geht Ihr auch an die Sprache ran? Da gäbe es noch einige Hülsen zu knacken, um herauszufinden, (ob) was drin ist.
    Und was die (meines Erachtens gute) Idee angeht, puren html-Text hinzustellen: Die hatte schon eine Agentur vor ca. fünf Jahren und landete damit im ADC-Jahrbuch, bevor sie pleite ging. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    Ich meld mich weiter, denn immerhin: Neugier weckt das Ganze.
    Gruss, Thies.

  8. Patrick Breitenbach sagt:

    @Thies Thiessen: Es wird jedenfalls mit Sicherheit auch eine Diskussion um die Sprache geben, soviel ist sicher. Von daher nehmen wir so etwas dankend auf. Es ist ja nicht unbedingt nur ein gestalterischer Prozess den wir da gerade durchmachen.

  9. xndr sagt:

    Ob Plagiat oder nicht, würde ich statt der Gestaltungselemente einfach das peinliche Marketing-Blabla auf eurer Einstiegsseite zusammenstreichen. Dann noch ein bisschen gute Werbung (”Mut zu neuen Ideen”) machen und wer weiss, vielleicht ist Würzburg schon bald das neue Hamburg. ;)

  10. Vroni sagt:

    … und die Karawane zieht weiter und treibt schon wieder ganz andere Borstentiere durchs Blockhüttendorf…

    Bewusst-dämliche Peterfalk/Colombo-Frage: Was ich jetzt überhaupt nicht verstehe, warum das verräterisch-ähnliche Meta-Design-Design immer noch IST?

    Da gibt’s eigentlich nur eine richtige Antwort:
    Wäre es wirklich ein echt ausversehenes Plagiat gewesen, hätte man es längst geändert. Bleibt nur noch: Es war haargenaue PR-Absicht, und man hatte auch nie vor, danach, nach dem “Oh, wie konnte uns das nur passieren, also ne”, das zu korrigieren.

    Ein Schelmerich, wer Arges dabei denkt.
    Spricht – oder besser tippt – ja eh keine Sau, äh kein Borstentier mehr über den Mini-midi-Aufreger. So ist das eben im wäbzwo (wird Mancher sagen: Uff, Gott sei Dank!). Aber irjendwo im virtuellen Massengedächtnis und -unterbewusstsein bleibt es. Auch das ist Internet.

    No further comments.

  11. christopher sagt:

    also, ich finde die idee an sich sehr schön, aber auch meines erachtens ist sie offenbar nicht selbstzweck sondern mit starkem blick auf die außenwirkung entwickelt – sonst würden wohl die vielen superlative nicht erwähnt:
    - außergewöhnlich
    - gewagte idee
    - einzigartig
    - nicht nur im agenturumfeld

    im übrigen:
    “man kann nicht nicht kommunizieren (watzlawik)” – und so kann man natürlich auch nicht kein erscheinungsbild haben. denn selbstverständlich kann schlichte, schwarze typografie auf weißem grund, gewissen regeln folgend, eine einprägsame gestaltung sein. noch ein bisschen grauwert dazu und hie und da eine linie – fertig ist das schöne, reduzierte erscheinungbild.

    und das ist (auch ohne das deutliche vorbild meta design. peinlich, wirklich!) weder außergewöhnlich, noch eine gewagte idee, nicht einzigartig, und schon gar nicht im agenturumfeld.

  12. Dieter Schneider sagt:

    @christopher, danke für den Kommentar. Seit einem Monat erleben wir intern einen sehr konstruktiven Prozess, der alles andere als peinlich ist. In Vorbereitung ist ein Interview mit einer renomierten Design-Professorin, in dem wir auf dem buenalog diesen Prozess diskutieren.

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